„Hey Vyvyan!“ Theos Stimme dröhnte durch den Telefonhörer. „Ich hätte nicht
gedacht, dass du so früh anrufst.“
Ja, ich auch nicht. Aber wenn ich später noch zu Rubin musste, konnte ich
nicht bis zum Mittag warten, um mich mit Theo und den anderen zu verabreden.
„Ich konnt’s halt nicht erwarten.“
Theo lachte. „Ja, sicher. Erzähl das deiner Oma.“
„Die würde es mir auch nicht glauben – Nein, im Ernst: Ich rufe
so früh an, weil Rubin noch eine Nachhilfestunde reingedrückt hat.“
„Rubin? Was … Moment – Rubin gibt dir Nachhilfe?! Wer hat
das denn verbrochen?“
Oh, stimmt ja. Theo wusste davon noch nichts.
„Kirsten“, antwortete ich, „wer denn sonst?“
Einen Moment lang war es am anderen Ende still, dann sagte er:
„Das tut mir echt leid für dich. Deine Ferien sind gelaufen.“
„Wem sagst du das?“
Bei seinen nächsten Worten konnte ich das Grinsen heraushören.
„Und warum rufst du jetzt schon frühmorgens an? Um abzusagen oder um mich
darauf vorzubereiten, dass du vorhast, dir den Frust von der Leber zu saufen?“
„Keins von beidem. Ich würde mich nur gerne mit euch treffen, bevor
ich in die Nachhilfe muss; ansonsten zieht die sich noch in die Länge und dann
ist der Tag plötzlich vorbei. Von meiner Laune ganz zu schweigen.“
„So schlimm?“
„So lang.“
Er lachte wieder, aber das war nicht verwunderlich. Theo lachte oft, im
Gegensatz zu einem gewissen Jemand.
„Okay, was hältst du von eins? Ich habe gestern Abend mit Aaron gechattet
und er meinte, es liefe ein guter Film im Kino, jeweils um zwei, sechs und acht
Uhr.“
Dann wäre ich was, so gegen fünf bei Rubin? Warum nicht.
„Hört sich gut an. Sagst du Kim und so Bescheid? Ich muss noch Fee
anrufen.“
„Sicher. Schreib mir eine SMS, ob sie auch kommt, okay? Damit ich die
Karten bestellen kann.“
Ich bestätigte, verabschiedete mich und legte auf. Und um es hinter mich zu
bringen, wählte ich gleich darauf Fees Nummer. Als sie abnahm, konnte man die
Freude aus ihrer Stimme heraushören, so, wie bei Theo vorher das Grinsen.
„Vyvyan! Wie war deine Festtage?“
„Ganz angenehm dafür, dass Weihnachten mein Lieblingsfest ist“, antwortete
ich, „wir hatten Kekse, Glühwein und Geschenke – was gibt’s
Besseres?“
„Nun ja, ich kann nur für mich sprechen, aber ich glaube, den süßen Typen,
den man sich vor kurzem geangelt hat, zu küssen, kommt ziemlich nah ran.“
Da mochte sie Recht haben – da ich mir aber keinen süßen Typen
geangelt hatte, konnte ich leider nicht mitreden.